26.08.2015

Das Konzertereignis des Jahres


Am Ende waren rund 6.000 Zuschauer zu diesem Maga-Event gekommen. Blick aus dem Ratssaal. Fotos: Tomasetti

Auch VPH-Geschäftsführer Reinhold Sangen-Emden besuchte den Stand der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Bensberger Hospizes.

Sie hielten den ganzen Abend über engen Kontakt: „Hits fürs Hospiz“-Organisator Paul Falk und der Politiker Wolfgang Bosbach MdB.

Der stellvertretende VPH-Verwaltungschef Bernd Reimann war – wie auch schon in den Vorjahren - Teil der „Security“. Hier im Gespräch mit Bürgermeister Lutz Urbach.

Zunächst heizte die Kultband Bläck Fööss mit kölschen Tönen die Stimmung auf dem Konrad-Adenauer-Platz an.

Bandleader Hartmut Priess in der Abendsonne.

Bis in die späten Abendstunden spielten die 30 Big Band-Musiker für ein Rekordspendenergebnis von 160.000 Euro.

Bühne frei für „Hits fürs Hospiz“-Schirmherrn Bosbach. Ein Heimspiel für den gebürtigen Gladbacher.

Die Künstler des Abends in bester Laune: Musiker Peter Schütten von den Blackföös und Alleinunterhalter Pauels.

Allein vom Vinzenz Pallotti Hospital hatten sich wieder 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als ehrenamtliche Helfer werben lassen.

 

„Hits fürs Hospiz“ erzielt mit den Bläck Fööss und der Bundeswehr-Big Band einen Spendenrekord von 160.000 Euro.


„Einfach sensationell, was man von hier aus sieht!“ Bürgermeister Lutz Urbach formuliert einen Superlativ nach dem anderen. „Ein donnerndes Dankeschön“, ruft er begeistert in die Menge. „Ein grandioses Konzert!“ Stabshauptmann Thomas Ernst, Chef-Organisator und -moderator der Bundeswehr-Big Band, ergänzt: „Ein irres Bild von hier oben.“ Und der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach dankt ins Mikro „jedem Einzelnen, dass er gekommen ist“. Das sei nicht zuletzt eine Verbeugung vor dem 30 Musiker starken Ensemble. Zu später Stunde stehen alle drei gemeinsam auf dem Rathausturm hoch über dem Konrad-Adenauer-Platz und sind zu Recht stolz auf „ihre“ Stadt. Denn über 6.000 Besucher sind der Einladung von Paul Falk und seiner Initiative „Hits fürs Hospiz“ gefolgt, lauschen zunächst der Kölner Kultband „Bläck Fööss“ und später den Evergreens der Big Band der Bundeswehr. Vor allem aber spenden diese vielen Zuhörer für die Hospizarbeit. Denn um die geht es bei diesem Konzertereignis des Jahres, das wieder ein Großaufgebot an freiwilligen Helfern – insgesamt 280 –, an prominenten Unterstützern und namhaften Künstlern für die gute Sache zusammenführt. Am Ende ist klar: Die monatelange Vorarbeit von „Hits fürs Hospiz“-Gründer Paul Falk und seinem Kernteam hat sich gelohnt. Mit vereinten Kräften haben sie nach 2007 und 2012 noch einmal ein musikalisches Mega-Ereignis gestemmt und damit einen ganz großen Erfolg gelandet, der sich in konkreten Zahlen ausdrückt. 160.000 Euro erbringt der Erlös des Abends für „Herzenswünsche“ – so das ausgegebene Motto diesmal -, die schwerstkranken Kindern und Jugendlichen in stationären Hospizen, aber auch zuhause in ihren Familien mit dieser Summe erfüllt werden sollen.

„Wir wollen die bestmögliche Betreuung für diese jungen Patienten mit Leben verkürzenden Erkrankungen“, sagt Paul Falk zu seinem jüngsten Projekt. Noch gebe es außerhalb des Kölner Stadtgebietes erst eine Einrichtung in Engelskirchen, die sich dieser besonderen Herausforderung stelle. „Das möchten wir ändern und schon bald ein entsprechendes Angebot auch in Rhein-Berg realisieren“, so Falk. „Unser Ziel ist es, den Betroffenen in der kurzen Zeit ihres Daseins und unter Berücksichtigung ihrer krankheitsbedingten Einschränkungen so viel Sonne und Lebensglück wie nur irgendwie möglich zu bieten.“ Nach dem enormen Einsatz für das Bensberger Hospiz, dem nach dem letzten Benefizkonzert vor drei Jahren 125.000 Euro zugute gekommen waren und das daher demnächst seine Bettenkapazität – nach einer ersten Aufstockung 2010 – nun noch einmal von sieben auf zehn ausbauen kann, hatte zuletzt „Hits fürs Hospiz“ das im März in Wuppertal eröffnete Kinderhospiz „Burgholz“ mit einer nicht unbeträchtlichen Summe gefördert und auch hier Pionierdienste geleistet. Unter der Schirmherrschaft von Hedwig Neven-Dumont und Wolfgang Bosbach will der Verein zunächst auch weiterhin beim Engagement für noch junge Hospiz-Patienten ansetzen und dort Präsenz zeigen, wo – wie Falk erklärt - die staatlichen Hilfen nicht mehr ausreichen, beispielsweise indem „Hits fürs Hospiz“ Musiktherapie, Konzertbesuche oder Fahrdienste organisiert oder aber auch ambulanten Hospizdiensten in Rhein-Berg und Oberberg eine verlässliche Partnerschaft mit finanziellen Zuwendungen anbietet.

„Wir haben den Segen dieser Arbeit erfahren, als unsere Tochter starb. Das Kinderhospiz in Olpe war von Anfang an wie ein Zuhause für sie“, gibt Shabnam Arzt an diesem Abend ein Statement ab – ebenfalls von der Showbühne herunter. Sie spricht für die Bethe-Stiftung, die bei dem Benefizkonzert zugunsten der lokalen Hospizarbeit erneut mit im Boot ist und sich mit einer Spendenverdoppelungsaktion in Höhe von 25.000 Euro an der Aktion von Paul Falk beteiligt. Denn auch das gehört zum Anliegen dieser sonst als Unterhaltung gedachten Veranstaltung: sensibilisieren für das Schicksal Betroffener und informieren über das, was bereits an Angeboten für Schwerstkranke und ihre Angehörigen besteht und auch durch „Hits fürs Hospiz“ in den letzten Jahren möglich geworden ist. Denn noch immer wissen zu wenige, wo es Hilfe für Sterbende und deren Familien geben kann, die sonst auf sich gestellt blieben, glaubt Falk. Die junge Mutter beispielsweise sorgt für unmittelbare Berührung mit dem Thema „Abschied, Verlust, Tod und Trauer“. Sie zeigt Mut, über das zu sprechen, was für viele noch immer in einer gesellschaftlichen Tabu-Ecke schlummert: die Auseinandersetzung mit einem Thema, das auch Teil des Lebens ist und von dem der Politiker Bosbach sagt, dass der angemessene Umgang damit – nämlich mit würdevollem Sterben - erst die Humanität einer Gesellschaft zeige.

Damit die Information über das Hospizwesen auch an diesem Abend möglichst breit gestreut wird, stehen genügend Gesprächspartner – Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Bensberger Hospiz, aber auch von den anderen regionalen Hospizdiensten - an Ständen unmittelbar neben der Bühne zur Verfügung. „Wir gehören einem Verbund mit unseren Kollegen in Rösrath, Wipperfürth und Bergisch Gladbach an“, erklärt Barbara Fröhlen vom Ambulanten Hospizdienst im Vinzenz Pallotti Hospital. „Da ist doch klar, dass wir uns auch bei solchen Anlässen gegenseitig unterstützen und dafür sorgen, dass möglichst viele die unterschiedlichen Säulen unserer Arbeit kennenlernen.“ Sie ist eine der 15 ehrenamtlichen Helfer aus dem VPH, die sich wieder ins „Dreamteam“ von Paul Falk gemeldet haben. So jedenfalls nennt der Steinbrücker gerne die vielen freiwilligen Mitarbeiter, ohne die an einem solchen Abend nichts ginge. Viele weitere Klinikmitarbeiter - unter ihnen auch Geschäftsführer Reinhold Sangen-Emden und das Team des Palliativ- und Hospizzentrums – sind zum Mitfeiern und –schunkeln gekommen. In Cliquen stehen sie zusammen und sind Teil des bunten Treibens zwischen Laurentiuskirche und Rathaus, bei dem nicht nur die Prominenten, wie Bosbach, Helene Hammelrath, Rainer Deppe oder die bekannten Fernsehgrößen aus dem Karneval, Gerd Rück als „Weltenbummler“ oder „De Bergische Jung“ Willibert Pauels, mit ihren gläsernen Sammelbüchsen unterwegs sind, sondern auch viele helfende Hände im Hintergrund für Getränke- oder Würstchennachschub sorgen und dafür, dass auch die technische Logistik reibungslos läuft.

Den ersten „fetten Applaus“ will Wolfgang Bosbach bei dieser gigantischen Spendenveranstaltung mit Volksfestcharakter Petrus und dem lauen Sommerabend gewidmet wissen. Den noch größeren gibt es aber erst ganz am Ende des Abends, als feststeht, dass sich die Gladbacher in ihrem Spendenengagement noch einmal selbst übertroffen haben. Moderator Thomas Ernst hatte ganz offensichtlich gute Motivationsarbeit geleistet, als er zu Beginn des Auftritts wohlweißlich an das Gastspiel 2012 in der Stadt mit dem bislang höchsten Spendenaufkommen in der Geschichte der Bundeswehr-Benefizkonzerte erinnerte. Vielleicht hatte er da schon geahnt, dass der Hospizgedanke nun endgültig in Rhein-Berg angekommen ist. 160.000 Euro mit nur einem Konzert – das setzt immerhin Maßstäbe.



    Beatrice Tomasetti
    Medienbeauftragte

     

     

     

     


    SGS TÜV geprüfter Behandlungspfad
    TraumaNetzwerk DGU: zertifiziertes regionales Traumazentrum
    Darmzentrum Rheinisch-Bergischer Kreis am Vinzenz Pallotti Hospital Bensberg
    Seit 1997 als babyfreundliche Geburtsklinik zertifiziert