Kapselendoskopie
Mit dieser neuen Technologie ist es erstmals möglich, den Dünndarm über die gesamte Länge von ca. 6m einzusehen. Sie findet bei Erkrankungen des Dünndarms Anwendung, die mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden nicht diagnostizierbar sind. Dazu gehören in erster Linie obskure gastrointestinale Blutungen und chronisch-entzündlichen Veränderungen im Dünndarm.
Die 26 x 11 mm große Kapsel, die Batterien, einen Sender, eine Lichtquelle sowie eine Chip-Kamera enthält, lässt sich in der Regel problemlos schlucken und wird durch die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) durch den Darm fortbewegt. Während der gut 6-Stündigen Aufzeichnungszeit sendet die Kapsel Bilder mit einer Frequenz von 2/sec über 8 auf den Bauch aufgeklebte Elektroden an ein Aufzeichnungsgerät. Während der Untersuchung kann sich der Patient völlig frei bewegen und seinem normalen Tagesablauf nachgehen. Die Kapsel wird auf natürlichem Wege über den Darm ausgeschieden und nicht wieder verwendet.
Die so aufgezeichneten ca. 55.000 Bilder werden später durch ein spezielles Computerprogramm als Einzelbild oder Film dargestellt. Die Auswertung erfolgt durch einen endoskopisch erfahrenen Arzt und dauert, abhängig vom Schwierigkeitsgrad, etwa 2 Stunden. Auffällige Befunde können durch eine Lokalisationsfunktion einer bestimmten Position zugeordnet werden.
Wann ist eine Kapselendoskopie angezeigt?
Die Kapselendoskopie kann die herkömmliche Magen- oder Darmspiegelung nicht ersetzen. Die Kapselendoskopie ist ein diagnostisches Mittel zur Visualisierung der Dünndarm-Schleimhaut. Es wird zur Detektion von Abnormalitäten im Dünndarm eingesetzt. Das Haupteinsatzgebiet der Kapselendoskopie ist die ungeklärte Darmblutung (z. B. aus Angiodysplasien oder Polypen), bei der durch Magen- und Darmspiegelung keine Ursache gefunden wurde. Zunehmend wird diese Kapseluntersuchung auch zur Diagnostik von chronisch-entzündlichen Veränderungen im Dünndarm, wie sie z. B. bei Morbus Crohn vorkommen, eingesetzt. In Einzelfällen kann die Untersuchung auch bei chronischen Bauchschmerzen oder Durchfällen indiziert sein.
Von der Untersuchung ausgeschlossen sind Patienten mit bekannten Engstellen des Darmes. Bei Risikofaktoren, wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder bereits durchgeführten Operationen, müssen Engstellen zuvor durch eine Röntgendarstellung des Darmes ausgeschlossen werden. Weiterhin sind Patienten mit Herzschrittmachern ausgeschlossen. Bei Schwangeren liegen bisher keine ausreichenden Erfahrungen vor.
Welche Vorbereitungen sind erforderlich?
Vor der Untersuchung findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Überprüfung von Indikation und möglichen Kontraindikationen sowie mit genauen Instruktionen für die Vorbereitung und die Untersuchung statt. In der Regel ist für eine ausreichende Darstellbarkeit des Dünndarmes eine Beschränkung auf klare Flüssigkeiten nach dem Mittagessen des Vortages und eine Nahrungskarenz für 12 Stunden vor der Untersuchung ausreichend. In einigen Fällen wird am Vortag auch eine Darmreinigung, ähnlich der Vorbereitung für eine herkömmliche Darmspiegelung, durchgeführt.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Zunächst werden 8 Sensoren auf die Bauchdecke aufgeklebt und der Gürtel mit dem Aufzeichnungsgerät und den Batterien angelegt. Die Kapsel wird aktiviert und lässt sich mit einem Schluck Wasser in der Regel völlig problemlos und schmerzfrei schlucken. Eine Betäubung des Rachens oder eine medikamentöse Beruhigung sind nicht erforderlich. Drei Stunden nach Einnahme der Kapsel kann der Patient etwas Wasser zu sich nehmen und nach weiteren drei Stunden wieder essen. Die Kapsel sendet während der 7- bis 8-stündigen Untersuchungszeit in jeder Sekunde 2 Bilder über die 8 Sensoren auf der Bauchdecke an das Aufzeichnungsgerät. Während der Untersuchung kann sich der Patient völlig frei bewegen. Nach der Untersuchung werden Elektroden und Aufzeichnungsgerät abgenommen. Die Kapsel wird durch die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) durch den Darm fortbewegt und schließlich mit dem Stuhl ausgeschieden. Sie ist Einwegmaterial und kommt nicht noch einmal zum Einsatz.
Welche Risiken bestehen bei der Kapselendoskopie?
Inzwischen liegen Erfahrungen bei Tausenden von Patienten vor. Generell handelt es sich bei der Kapselendoskopie um ein sicheres und wenig belastendes Verfahren. Wenn Indikationen und Kontraindikationen beachtet werden, treten Nebenwirkungen, bei denen die Kapsel stecken bleibt, in weniger als 1 % aller Fälle auf. In den meisten Fällen, in denen die Kapsel im Darm stecken blieb, waren bis dahin nicht bekannte Strikturen oder andere Arten von Verengungen des Gastrointestinaltraktes dafür verantwortlich. Bei einer dann möglicherweise erforderlichen Operation kann die Ursache der Verengung in der Regel beseitigt werden.
Wer trägt die Kosten?
Die Methode der Kapselendoskopie ist ein ambulant durchführbares Verfahren. Die Kosten betragen etwa 1.200 Euro. In begründeten Fällen werden die anfallenden Kosten von den Krankenkassen übernommen. Da die Kostenübernahme durch die Krankenkassen noch nicht garantiert ist, sollte die Kostenerstattung vor der Untersuchung mit der Krankenkasse geklärt werden. Ansonsten müssen die Kosten vom Patienten selber getragen werden.
Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten vereinbaren Sie einen Besprechungstermin unter 02204-41 1004

