In Bensberg praktizieren wir seit 1995 das Prinzip der "ganzheitlichen Wochenbettpflege", das vor allem auf folgendem Grundsatz basiert:
Schwangerschaft und Geburt sind keine Krankheit. Mütter und Kinder sind in der Regel im Wochenbett gesund, befinden sich aber in einer sensiblen Ausnahmesituation und bedürfen einer besonderen Art der Zuwendung.
Unser Konzept der ganzheitlichen Wochenbettpflege orientiert sich am Vorbild des häuslichen Wochenbetts. Die jungen Mütter und Neugeborenen auf der Station werden vorwiegend von Hebammen und Kinderkrankenschwestern betreut. Ein Arzt steht selbstverständlich grundsätzlich immer zur Verfügung, wird aber in der Regel nur auf Wunsch der Mutter oder bei krankhaften Veränderungen hinzugezogen. Wir vertreten die Auffassung, dass Neugeborene zu ihren Müttern gehören und allein ihnen die Versorgung der Kinder gebührt. Wir unterstützen sie dabei und bieten unsere Hilfe an z.B. beim Stillen, bleiben aber im Hintergrund, sofern eine engere Betreuung nicht medizinisch erforderlich oder von der Mutter gewünscht wird. Wir sehen unsere vorrangige Aufgabe darin, die Mutter-Kind-Beziehung zu fördern, und den Eltern Sicherheit im Umgang mit ihrem Neugeborenen zu vermitteln.
Die Abteilung ist nach Zimmern zu sogenannten Gruppen zusammengefaßt, denen feste Bezugspersonen pro Schicht zugeordnet sind. Damit entfällt die Form der Funktionspflege, die den Tagesablauf in einzelne zu erledigende Tätigkeiten (Bettenmachen, Blutdruckmessen, Frühstückausteilen etc.) zergliedert, die sich die diensthabenden Pflegekräfte teilen. Eine Kinderkrankenschwester bzw. Hebamme übernimmt an aufeinanderfolgenden Tagen immer die Betreuung derselben Gruppe und ist für die Rundumversorgung von Mutter und Kind zuständig. Der Arbeitsablauf orientiert sich dabei an den Bedürfnissen und dem individuellen Rhythmus der zu betreuenden Personen. Die feste Bezugsperson fördert die Entstehung eines Vertrauensverhältnisses, und Verwirrungen durch immer wechselnde Pflegekräfte werden vermieden. Unser Ziel ist, den Frauen bis zu ihrer Entlassung aus der Klinik die größtmögliche Sicherheit im Umgang mit ihren Neugeborenen zu vermitteln.
- Fortbildung der Betreuungspersonen
Alle Betreuungspersonen, egal ob Krankenschwester, Hebamme oder Kinderkrankenschwester, werden bei uns dahingehend ausgebildet, dass sie fachlich in der Lage sind, die Mutter-Kind-Einheit in allen Belangen des frühen Wochenbetts komplett zu versorgen. - Betreuung erfolgt nach dem Prinzip der Gruppenpflege.
- Gemeinsame Dienstübergabe
Es findet eine gemeinsame Dienstübergabe vom Pflegepersonal und Ärzten mit einem Bericht über Mutter und Kind statt. - Gemeinsames Dokumentationsblatt für Mutter und Kind
- Wochenbettbesuch
Der Wochenbettbesuch fasst möglichst viele Verrichtungen zusammen und reduziert so die Häufigkeit der täglichen Störungen in einem Krankenhaus. - 24h-Rooming-in
24h-Rooming-in nicht nur auf dem Papier. Wir unterstützen die Mütter prinzipiell darin, ihre Kinder immer bei sich zu haben, verweigern ihnen aber nicht die Möglichkeit, sie bei Bedarf nachts im Säuglingszimmer abzugeben. - Frühstücks- und Abendbuffet im gemeinsamen Aufenthaltsraum
- Familienzimmer
Es besteht die Möglichkeit, dass Vater und Geschwister des Neugeborenen während des Krankenhausaufenthaltes mitaufgenommen werden. Die Familie wohnt dann gemeinsam in einem unserer Familienzimmer.



