Vorgeburtliche Diagnostik

Als christliches Krankenhaus sind wir werdendem Leben verpflichtet. Wir verstehen unser Angebot an vorgeburtlicher Diagnostik als Hilfsangebot, das den schwangeren Frauen vor allem Sicherheit verleihen und eine den Erfordernissen angepaßte Schwangerschafts- und Geburtsplanung ermöglichen soll. Grundsätzlich stellt uns die vorgeburtliche Diagnostik vor ein ethisches Dilemma. Viele Behinderungen lassen sich heute pränatal feststellen. Die Untersuchungsergebnisse geben aber nur selten hinreichend Auskunft über das Ausmaß einer Behinderung, z.B. bei einem Down-Syndrom. Viel zu oft wird bei der pränatalen Diagnostik stillschweigend vorausgesetzt, daß sich die Frauen gegebenenfalls für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

 

Diese Entscheidung zu treffen ist jedoch nicht Aufgabe der Ärzte, sie muß dem Paar selbst überlassen bleiben. Paare, die sich bewußt für ein behindertes Kind entscheiden, sehen sich in unserer Gesellschaft immer häufiger Vorwürfen ausgesetzt und geraten unter Rechtfertigungsdruck. Dabei wird vor allem eines klar: das eigentliche Problem ist nicht die medizinische Behandlung einer Behinderung, sondern der gesellschaftliche Umgang damit. Es gibt zahlreiche Behinderungen, die sich pränatal nicht feststellen lassen. Und werdende Eltern müssen sich darüber im Klaren sein, daß ihnen auch die beste vorgeburtliche Diagnostik kein gesundes Baby garantieren kann. Auch wenn die moderne Medizin das nur zu gerne zu suggerieren scheint. Eine beängstigende Entwicklung.

 

Wir möchten in diesem Zusammenhang an eine Äußerung Frederick Leboyers erinnern, dessen Grundgedanken die Arbeit der Bensberger Frauenklinik entscheidend beeinflußt haben. In einem Interview anläßlich seines 80. Geburtstages sagte er über die moderne Medizin:

 

  • "There is a desire to control everything and these feelings, that you can control everything in life, which is very close to playing God, has got a name in psychiatry: it is called paranoia. And I would nearly say, that the whole structure of medical technology is paranoia."

  • "Da hat sich ein Verlangen durchgesetzt, alles kontrollieren zu wollen, und dieses Gefühl, im Leben alles kontollieren zu können, was nahe daran kommt, Gott spielen zu wollen, hat in der Psychiatrie einen Namen: man bezeichnet das als Paranoia. Und ich würde fast sagen, daß die ganze Struktur dieser hochtechnisierten Apparatemedizin paranoid ist."

 

Wir fühlen uns verpflichtet, Eltern ausführlich über Möglichkeiten und Grenzen vorgeburtlicher Diagnostik aufzuklären, um dann gemeinsam mit ihnen den für sie am besten geeigneten Weg herauszufinden.  

 


Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft

In Zusammenarbeit mit den behandelnden Frauenärzten ist es möglich, bei uns folgende Untersuchungen durchführen zu lassen:

  • Nachweis von Anzahl und Sitz der angelegten Schwangerschaften
  • Regelultraschall (z.B. Wachstums- und Lagekontrolle)
  • Überprüfung des Sitzes des Mutterkuchens
  • Messungen der Fruchtwassermenge und der Länge des Gebärmutterhalses
  • Frühscreening: In der 10.-12. Schwangerschaftswoche wird die Größe des Kindes gemessen und sein Körperumriß kontrolliert. Eine verdickte Hautfalte im Nackenbereich kann in diesem Schwangerschaftsstadium ein Hinweis auf eine Chromosomenstörung oder Herzerkrankung sein. Je nach Beschaffenheit der mütterlichen Bauchdecke wird von der Scheide oder vom Bauch aus geschallt.
  • Organscreening Stufe II: In der 20.- 24. Schwangerschaftswoche wird die Größe des heranwachsenden Kindes und die Anlage seiner Organe kontrolliert. Außerdem wird der Blutfluß in den Gefäßen der Gebärmutter gemessen. Veränderte Werte können ein erster Hinweis für eine spätere Schwangerschaftserkrankung (Gestose) sein.

Ultraschall im Bereich Frauenheilkunde
  • Krebsvor- und -nachsorgen
  • Regelkontrollen von Brust und Geschlechtsorganen
  • Spiralenkontrollen
  • Gewebestanzenentnahmen an der Brust
  • Zystenpunktionen
  • Durchgängigkeitsprüfungen der Eileiter (Hysterokontrastsonographie): Die Untersuchung findet etwa am 8. Zyklustag nach Abklingen der Regelblutung statt. Mit einem feinen Plastikschlauch wird Kontrastmittel in die Gebärmutter gespritzt. Mit Hilfe des Ultraschalles kann dann von der Scheide aus die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft werden.

Blutflußmessungen (Doppler-Untersuchung)

In Bensberg können wir mit allen Schallköpfen unserer Ultraschallgeräte auch sogenannte Doppler-Untersuchungen durchführen, benannt nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler, der 1842 die physikalischen Grundlagen für die Ultraschalldiagnostik beschrieb. In der Geburtshilfe wird die Dopplersonographie eingesetzt zur Kontrolle der Blutversorgung von Mutter und Kind. In der Gynäkologie kann damit die Durchblutung gut- und bösartiger Geschwülste gemessen werden.

Sprechstunde

Die Terminvergabe erfolgt durch das Sekretariat.

 

Frau Müller, Frau Durand und Frau Neidhardt

 

Telefon: 02204 - 41-1400

oder 02204 - 41-1401

Auszeichnung

10 Jahre babyfreundliches Krankenhaus