Im Rahmen der perioperativen Betreuung durch unsere Abteilung werden die Patienten vor der Operation untersucht und über Risiken aufgeklärt. Patient und Anästhesist einigen sich über ein erforderliches Anästhesieverfahren. Falls notwendig findet eine Vorbehandlung mit Medikamenten, Infusionen oder Atemtraining statt.
Ebenso bieten wir, in Zusammenarbeit mit der Blutbank Merheim, die Entnahme von Eigenblut vor der Wahloperation an. Nach Absprache zwischen Operateur und Patient werden dann einige Wochen vor dem geplanten Operationstermin die benötigten Eigenblutkonserven ambulant entnommen und entsprechend gelagert.
Durch die Rückübertragung von Eigenblut kann zumeist auf die Gabe von Fremdblutkonserven verzichtet und das Risiko von Infektionen und/oder Abstoßungsreaktionen aussgeschlossen werden.
Am Tag der Operation bekommen Sie gegebenfalls ein Medikament verordnet, deren Wirkung hauptsächlich dazu dient, eine gewisse Gelassenheit und Ruhe in Ihnen hervorzurufen. Die Einnahme der eigenen üblichen Medikamente oder weiterer Medikamente bespricht der Anästhesist im Einzelnen mit Ihnen.
Kurz vor dem Eingriff werden Sie dann in den Operationsbereich gebracht. Dort werden Sie dann von Ihrem Anästhesisten und einer/einem Anästhesieschwester/-pfleger in Empfang genommen. Bevor die Anästhesie begonnen wird, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Überwachungseinheiten wie EKG, Blutdruckmessung und Pulsoxymetrie werden angeschlossen und eine Infusion (Venentropf) angelegt. Während der Anästhesie bleiben Sie unter ständiger Beobachtung des Anästhesieteams.
Nach der Operation findet zunächst eine intensive Überwachung und Betreuung im sogenannten Aufwachraum oder falls notwendig auf der Intensivstation statt. Auch hier werden die oben genannten Überwachungseinheiten genutzt um eine umfassende Übersicht über den Zustand der Patienten zu haben. Auf der "Normalstation" werden die Patienten im Rahmen von Schmerztherapie und Atemtraining mitbetreut.
FAQ - Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Anästhesie
Nachdem Sie eingeschlafen sind, überwacht das Anästhesieteam kontinuierlich die Funktion der lebenswichtigen Organe und Narkosetiefe. Die Medikamente werden speziell nach Ihrem Bedarf, nicht nach Gewicht und Alter, dosiert und können sehr genau und schnell reguliert werden. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass Sie während der Änästhesie aufwachen.
Sowohl die modernen Überwachungsmöglichkeiten, als auch die sehr gute Steuerbarkeit der modernen Medikamente machen die Anästhesie heute so sicher wie nie zuvor. Das Risiko wird heute hauptsächlich durch Begleiterkrankungen und der durchgeführten Operation bestimmt. Dennoch können auch heute in extrem seltenen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Für körperlich belastbare Patienten ist das Risiko durch eine Anästhesie jedoch äußerst gering.
Früher waren Übelkeit und Erbrechen fast unumgängliche Nebenwirkungen der Allgemeinanästhesie. Heute sind diese unangenehmen Nebenwirkungen selten geworden. Das von uns sehr häufig verwendete Anästhetikum Propofol selbst wirkt gegen Übelkeit, so dass die Patienten bei uns extrem selten über Übelkeit und Erbrechen klagen. Sollten Sie die Veranlagung zu diesen Nebenwirkungen haben, werden wir zusätzliche vorbeugende Maßnahmen einsetzen.
Im Allgemeinen entscheidet heutzutage die Art des Eingriffs, bzw. die behandelnden Operateure, über die Dauer der Nahrungskarenz. Von unserer Seite aus, dürfen Sie kurz nach der Anästhesie trinken und bald auch essen.
In über 95% der Allgemeinanästhesien wenden wir die "totalintravenöse Anästhesie" an. Einer der Vorteile dieser Anästhesie ist die extrem gute Steuerbarkeit der verwendeten Medikamente. Sie werden dadurch wenige Minuten nach der Operation wieder wach. Zunächst werden sie noch etwas müde sein, aber sehr schnell wach und aufmerksam ihre Umgebung wahrnehmen. Benötigen sie jedoch starke Schmerzmittel, die ihrerseits gewisse Müdigkeit hervorrufen, kann es sein, dass Sie eine gewisse Mattigkeit erleben.
Natürlich lassen sich Schmerzen nach einer Operation nicht ganz vermeiden, wir werden sie aber auf ein erträgliches Maß reduzieren können. Zumeist beginnen wir mit der Schmerztherapie bereits gegen Ende der Operation, noch bevor Sie wach sind, so dass Sie möglichst ohne starke Schmerzen aufwachen. Im Aufwachraum wird die Schmerztherapie dann komplettiert, bevor Sie mit einem Schmerztherapieplan auf die Normalstation verlegt werden.
Die Techniken und Erfahrungen bei der Durchführung der verschiedenen Regionalanästhesien gewähren heute einen hohen Prozentsatz an wirkungsvollen Teilanästhesien, jedoch kommt es in einem kleinen Teil der Anästhesien zum Versagen der Technik. Nach der Durchführung dieser Verfahren wird jedoch vom behandelnden Anästhesisten die Wirkung der Anästhesie noch vor der Operation überprüft und eine Operationsfreigabe bestätigt. Sollte es bei Ihnen aus irgend einem Grund zu einem Versagen der Technik kommen, wird man auf eine Allgemeinanästhesie umstellen, damit der geplante Eingriff durchgeführt werden kann. Unter Umständen wird ein Eingriff unter Schmerzen stattfinden.
Bei weiteren Fragen zur Anästhesie wenden Sie sich an unser Sekretariat:
02204 / 41 -1601


